Reduziert und kastriert

So gerne ich auch gegen Apple lästere, aber mit dem iPhone wurde das Smartphone erst massentauglich. Ich habe das frickelige Windows Mobile immer sehr gemocht, allerdings stand ich mit meiner Meinung meistens ziemlich alleine da. Durch das Weglassen zahlreicher Funktionen hat man es in Cupertino geschafft, einen intuitiv bedienbaren Taschencomputer auf dem Markt zu platzieren. Diverse Hersteller wollten auch ein Stück von dem frisch gebackenen Kuchen haben und legten sich ins Zeug, vergleichbare Produkte anzubieten.

Das hatte auch Auswirkungen auf viele Internetangebote: Am heimischen PC sollen Webinhalte möglichst ansehnlich auf den heute üblichen mindestens zwanzigzölligen und hochauflösenden Bildschirmen dargestellt werden. Das hat jedoch zur Konsequenz, dass die Seiten auf den Smartphones trotz stetig wachsender Bildschirmgrößen zwar vollständig aber deutlich zu kein angezeigt werden, so dass der Benutzer zum außerordentlich anstrengenden Zoomen und horizontalen Scrollen genötigt wird. Um dieses Problem zu umgehen, bieten sich zwei Lösungen an: Die erste Lösung ist, eine „mobile“ Variante der Seite zu basteln, die an die Größenverhältnisse eines Mobiltelefons angepasst ist. Sobald man mit dem Telefon beispielsweise www.ebay.de aufruft, wird man automatisch zu http://m.ebay.de weitergeleitet – das hat jedoch nicht nur Vorteile.
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Youtube denkt um die Ecke

In den letzten Jahren ist das Internet deutlich dynamischer und Intelligenter geworden: Google liefert die passende Werbung zur Suchanfrage und sortiert die Suchergebnisse nach individueller Relevanz. Und Youtube zeigt Videos an, die inhaltlich mit dem aktuell betrachteten Film verwandt sind. Das funktioniert meistens erstaunlich gut, nur ist mir heute bei einem meiner Videos aufgefallen, dass hinter diesen kontextsensitiven Videovorschläge deutlich mehr “Intelligenz” steckt, als man gemeinhin vermutet:

Und zwar habe ich ein für die meisten Leser uninteressantes Eisenbahnvideo hochgeladen und, wie immer, korrekt in die Kategorie “Auto und Verkehr” eingeordnet. Und dann passierte etwas Eigenartiges: Bei den Vorschlägen für ähnliche Videos wurden nicht wie gewöhnlich andere Eisenbahnvideos vorgeschlagen, sondern Autovideos – und zwar von einem ganz bestimmten Modell: Dem Nissan Maxima. Dass Google, und somit auch Youtube, etwas dem Zufall überlässt, ist auszuschließen. Hinter den vorgeschlagenen Nissan-Maxima-Videos muss sich irgendein logischer “Gedanke” verbergen – und ich kann mir mittlerweile einen Reim machen, was es damit auf sich haben könnte:

Neben dem Titel und einer Beschreibung kann man seinen Videos auch sogenannte Tags hinzufügen; das sind Schlagwörter, die sich auf den Inhalt des Videos beziehen und dafür sorgen, dass der Film bei Suchanfragen mit eben diesen Schlagwörtern mit unter den Suchergebnissen aufgeführt wird – diese Schlagwörter werden offenbar auch für die Auswahl der Videovorschläge verwendet. In meinem Video kommen nämlich auch Lokomotiven des Herstellers Voith vor, und zwar konkret das Modell “Gravita”. Also habe ich, wie man auf dem Bild sieht, auch die Begriffe “Voith” und “Gravita” zu den Tags hinzugefügt. Und was hat das mit Nissan zu tun? Ganz einfach: Es gibt ein weiteres Lok-Modell von Voith, und zwar die Maxima. Damit heißt die Lok genau wie das japanische Automodell. Youtube hat also um die Ecke gedacht: Die Youtube-Logik hat die Lok Voith Gravita aus meinem Video genommen und ist auf die Idee gekommen, dass es auch eine Voith Maxima gibt – die hat mit meinem Video zwar nichts zu tun, aber egal. Statt jedoch Videos mit der Voith Maxima anzuzeigen, hat man nochmal um die Ecke gedacht und gemerkt, dass es ein weiteres Fahrzeug (Wir erinnern uns: Kategorie “Autos und Fahrzeuge”) gibt, das Maxima heißt, und zwar ein Auto von Nissan. Dank der Assoziationskette “Voith Gravita – Voith Maxima – Nissan Maxima” werden bei meinem Eisenbahnvideo nun Filme über den Nissan Maxima als “ähnliche Videos” angezeigt. Mir soll es egal sein – ich freue mich, dass mein Video nichts mit diesem hässlichen Auto zu tun hat und bin begeistert, wie intelligent Youtube ist.

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Opel – in 13 Jahren um 50 Jahre gealtert.

Es gibt Menschen, deren Alter man ihnen nicht ansieht. Menschen, die scheinbar ewig jung bleiben und sich über Jahre kaum verändern. Viele sind jedoch ihrer Zeit voraus, wie schon Udo Lindenberg in seinem ersten Hit „Alles klar auf der Andrea Doria“ sang: „Und man trinkt darauf, dass sie wirklich mal so alt wird, wie sie jetzt schon aussieht.“ Bei anderen wiederum denkt man, gerade wenn man sie eine zeit lang nicht gesehen hat: „Mensch, ist der aber alt geworden!“ Schnell wird der Junggebliebene zum Greis.

Ein ähnliches Phänomen ereilt derzeit den Automobilhersteller Opel: Im Jahre 1999 legte man zahlreiche Fahrzeuge als Sondermodelle der „Edition 100“ auf, um das einhundertste Firmenjubiläum zu feiern, wie man in diesem Video sieht:

2012, gerade mal schlanke 13 Jahre später, hat Opel offenbar Falten bekommen – gut, wenn die Gehhilfen gleich im eigenen Hause produziert werden, denn wieder gibt es Sondermodelle, diesmal als „Happy Hundertfünfzig“, um, man kann es sich denken, das 150. Firmenjubiläum zu feiern. Weiterlesen

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Rotationskraft gesucht!

Eben entdeckte ich in einer Regionalzeitung folgende Stellenanzeige:

 

Ich glaube, ich kann den Herrschaften behilflich sein. Als Rotationskraft bezeichnet man die Kraft, die ein Objekt bei einer kreisförmigen Bewegung nach außen drückt. Diese Kraft liest keine Zeitung, weshalb die Stellenanzeige wohl für die Katz gewesen ist. Die gute Nachricht: Man kann sich ganz einfach seine eigene Rotationskraft herstellen, indem man möglichst schnell durch einen Kreisverkehr fährt. ;)

Man berechnet sie übrigens mit der Formel:

Masse * Radius * Winkelgeschwindigkeit²

Natürlich weiß ich, dass in der Anzeige nicht nach Fliehkraft gesucht wird – manchmal hat man eben gewisse Assoziationen. Dennoch ist Vorsicht geboten: Bei schlechtem Betriebsklima oder miserablen Arbeitsbedingungen werden Festkräfte nämlich gern mal zu Fliehkräften. Und die sind unberechenbar.

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Bullshit-Bingo in der Einkaufsstraße

 

Werbung ist ein wichtiges Mittel, um die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf sich zu ziehen. Auch in diesem Jahr stecken viele Unternehmen mitten in einer wichtigen Werbekampagne; und zwar gilt es, zum Saisonende Winterprodukte zu reduzierten Preisen an den Mann zu bringen. Auf diesen Zug springen mittlerweile auch vermehrt Läden auf, die keine oder nur wenig Saisonware anbieten. Aber das soll hier kein Thema sein – es geht viel mehr um die Kommunikation mit den Kunden. Bis vor kurzem war von Schlussverkäufen die Rede, genauer gesagt dem Winter- und dem Sommerschlussverkauf. Diese Verkäufe unterlagen damals einer gesetzlichen Regelung, die unter anderem den Aktionszeitraum festlegte. Seit 2004 das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb reformiert wurde, können jederzeit Sonderverkäufe stattfinden. Auch die Beschränkung auf Saisonware wurde aufgehoben. Die Begriffe „Winterschlussverkauf“ und „Sommerschlussverkauf“ wurden beibehalten. Diese sperrigen Wörter wurden auch allgemeinverständlich mit „WSV“ und „SSV“ abgekürzt. Das war praktikabel und hat sich bewährt.

Doch mittlerweile hat man es aufgegeben, in der Sprache der Kunden zu sprechen. Stattdessen prangt an zahlreichen Schaufenstern der Schriftzug „Sale“. Dieses Wort bedeutet unter anderem auch „Sonderverkauf“, nur stelle ich mir die Frage, aus welchem Grund man die etablierten Begrifflichkeiten in Rente geschickt hat. Wollte man modern und frisch wirken? Auf mich wirkt es eher abschreckend und komisch. Vielfach wurde die Kommunikation in der Muttersprache der Kunden komplett aufgegeben und man beschränkt sich nicht nur auf das Wort „Sale“. Es wird nämlich keine Ware mehr um bis zu 70% reduziert, sondern „up to 70%“. Auf das bevorstehende Ende des Sonderverkaufes wird mit den Worten „last days“, „final sale“ und „final reductions“ hingewiesen. Ob das jeder versteht? Ich wüsste jedenfalls gern, was sich die „Werbefachleute“ dabei gedacht haben – wahrscheinlich erschreckend wenig.

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Zur Veränderung von Prozessen und IT-Anwendungen in mittelständischen bis großen Unternehmen

Irgendwann ist in jedem Unternehmen der Tag gekommen, an dem das innerbetriebliche Stühlerücken einen kompetenten Emporkömmling an eine lukrative Stelle gespült hat, welche ihm endlich die Möglichkeit offeriert, seine seit Langem ausgetüftelten Innovationen in den Betrieb einzubringen. Dazu gehört natürlich im Speziellen, alte Strukturen aufzubrechen, umzugraben und den Acker komplett neu zu bestellen. Das lässt sich am besten in der IT umsetzen, denn in diesem Bereich schreitet die Technik besonders schnell voran, so dass man in der hauseigenen EDV immer etwas findet, was nicht mehr dem Stand der Technik entspricht oder einfach nur erneuert werden kann.

Dabei ist es wichtig, dass die Kosten besonders hoch ausfallen – man will schließlich keine Anlagen einkaufen, die in einem Jahr schon wieder überholt sind. Am besten, man beauftragt das Unternehmen, in dem zufällig der Schwippschwager oder der Großcousin zweiten Grades das Zepter in der Hand hält. Nur so ist gewährleistet, dass ein kleiner Bakschisch als Prämie – natürlich in bar – an den Auftraggeber ausgezahlt wird. Weiterlesen

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Zeitungssprech

Ich achte sehr auf sprachliche Besonderheiten, die mir im Alltag begegnen. Momentan habe ich die Zeitungen auf dem Kieker: Dort ist man stets um Synonyme bemüht, was manchmal groteske Blüten treibt. Achten Sie doch mal auf Folgendes:

Offenbar ist in einigen Redaktionen die Verwendung des Wortes “fahren” unter Strafe verboten. Stattdessen rollen Autos, Züge und LKW. Wenn ein Auto gegen eine Mauer rollt, habe zumindest ich ein führerloses Fahrzeug vor Augen, das eine abschüssige Straße herunter rollt und jäh von einer Mauer gebremst wird. Meistens ergibt sich, dass doch jemand am Steuer gesessen hat und der Unfall nicht etwa auf den versehentlich eingelegten Leerlauf bei einem parkenden Auto, sondern auf fahrerisches Unvermögen zurückzuführen ist. Möchte man jedoch hervorheben, dass tatsächlich jemand in dem Wagen saß, dann wurde er gegen die Mauer – nicht etwa gefahren – sondern gesteuert.

Dank hoher Spritpreise kommt das kostengünstige und ressourcenschonende Fahrradfahren immer mehr in Mode. Aber auch hier ist man versucht, das böse F-Wort zu verwenden. Was tun, wenn wenn die LKW schon gerollt sind und ein Senior seinen Kleinwagen bereits in eine Hecke gesteuert hat? Ganz einfach: Es wird gestrampelt! Strampeln für die Umwelt, strampeln für die Gesundheit, die Mitglieder des ADFC strampeln durch die Heide. Das Wetter ist schön, es darf wieder gestrampelt werden. Ich glaube, ich werde mal im Sportgeschäft nach Stramplern fragen, wenn ich mir neue Radlerhosen kaufen möchte.

Dann hätten wir noch den Piloten. Weiterlesen

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Jahreswechsel

Das Jahr 2011 neigt sich dem Ende, wie es jedem Jahr nach spätestens 366 Tagen beschieden ist. Und auch diesmal gab es gute und weniger gute Tage – es gab auch tragische Tage. An einigen Tagen gab es sogar Tagungen und auch Tagungen, die vertagt wurden. Tagtäglich taggen Tagger tagsüber Tags an tragende Wände.

Jährlich jähren sich Jubiläen; jenseits jeglichem Jahrhunderte währenden Jähzorns jettet man jäh gen Januar.

Abseits aller Alliterationen arbeiten Arbeiter an allen Abenden – auch an diesem.

Zum Jahreswechsel fühlen sich zahlreiche Menschen befleißigt, sich über das vergangene Jahr zu äußern, ein Fazit zu ziehen und die Zuschauer aufzufordern, motiviert und einem guten Gefühl ins neue Jahr zu starten.

Ich nicht.

2012 kommt – macht was draus – und kommt gut rein!

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Bescheidenheit und Kartoffeln

Bescheidenheit ist eine Tugend. Gerade zur Weihnachtszeit wird jedoch gerne vergessen, dass es um mehr geht, als nur um Geschenke. Der Protagonist in diesem Video ist ein hervorragendes Beispiel.

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Auspacken einer Pringles-Dose

Was steht auf der Dose drauf? Was ist drin? Erfahrt es in diesem Video!

Ich mag es übrigens nicht, wenn man sich so lange mit der Verpackung selbst aufhält, dass das Auspacken zur Nebensache wird. ;-)

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